Ausgangspunkt der Forschung sind kognitionswissenschaftliche Forschungsergebnisse des Projektleiters Gunnar Matschulat. Er untersuchte die
Datenverarbeitung der Augen und des Gehirns bei der Bildwahrnehmung. Das Gehirn wendet dabei Strategien zur Bildvereinfachung an, um die enorme Datenmenge, die zwei gesunde Augen von der visuellen Umgebung liefern,
zu reduzieren. Während ein gesundes Auge etwa 100 Mio. Rezeptoren besitzt, verwendet das Gehirn bereits wenige Sekunden nach dem Sehen weniger als ein Millionstel dieser Datenmenge zur Bildmemoration. Für TIM und
VideoTIM wurden Teile dieser Strategien in Software-Algorithmen und Elektronik umgewandelt. Die blinden VideoTIM Anwender bekommen taktile Bilder präsentiert, die in Ihrer Reduktion den unterbewussten Bildern der
Sehenden vergleichbar sind.
Die Abbildungen A,B und C zeigen die verschiedenen Anwendungsbereiche in denen VideoTIM heute und in Zukunft zum Einsatz kommen kann. Grafik A
zeigt den heutigen VideoTIM. Abbildung B ist ein Blick in die Zukunft und illustriert den sinnvollen Einsatz mit einem GPS-System. Auf dem TIM-Display bekommt der Anwender dann jeweils eine Straßenkarte seines
aktuellen Standortes angezeigt. Grafik C zeigt den PC-Blindenarbeitsplatz. Hier ist TIM als Zusatzgerät zu Braille-Zeile, Scanner mit OCR, Sprachausgabe, Drucker und Screen-Reader-Software zu sehen. Er steht schon
heute als autonomes Gerät an vielen gleichartig ausgestatteten Arbeitsplätzen. An einer geeigneten Verbindung zum PC wird derzeit noch geforscht. Hierbei geht es um eine geeignete Strukturierung der enorm
vielgestaltigen PC-Inhalte.
Die Basis aller Geräte-Entwicklungen ist dieses von G. Matschulat erfundene Piezo-Biegewandler-Flachmodul (“TIM-Modul”). Es ermöglicht den Bau
der Taktilen-Interaktions-Monitore in einer bislang durch andere Bauarten nicht erreichten taktilen Qualität. Diese TIM-Module sind die elektromechanische Basis jedes VideoTIM-Gerätes.